Feckter, Vinzenz

Der Name Vinzenz Feckter dürfte wohl über die Grenzen unseres Stadtteils Paffrath hinaus bekannt sein. Zumindest bei den fotografisch und historisch Interessierten.

Vinzenz wurde als jüngstes von elf Kindern am 5. Dezember 1847 in Paffrath geboren. Sein Vater war der in Paffrath ansässige und beliebte Lehrer Anton Feckter. Seine Mutter Maria-Catharina, eine geborene de Caluwé, stammte von der Gutsbesitzer-Familie zu Haus Blegge ab.

Vinzenz Feckter besuchte auf Wunsch seines Vaters das Lehrerseminar in Brühl. Nach sehr gutem Examen wurde er als sogenannter Unterlehrer bei seinem Vater in Paffrath angestellt. Nach seinem Wechsel in den Schuldienst nach Schlebusch, verließ er diesen aus gesundheitlichen Gründen aber bald wieder.

In Peter Hartgenbuschs Erinnerungen war Feckter ein etwas melancholischer und der Musik sehr zugewandter Mensch mit „bleichem, länglichem Gesicht, das von einem dichten kohlschwarzen Barte umrahmt war.“ So schien er einige Kompositionen, unter anderem ein Ave Maria, verfasst zu haben, die aber nie öffentlich wurden. Aufgrund seines in sich gekehrten Wesens, das wohl unter anderem auf seine Schwerhörigkeit zurückzuführen war, hatte Vinzenz Feckter in Paffrath auch den ein oder anderen Spötter und wurde von der Bevölkerung als Sonderling wahrgenommen.

Große Bekanntheit erlanget er aber besonders durch seine zahlreichen Fotografien, mit denen er ein detailliertes Abbild seiner Zeit schuf. Er legte vor allem Wert darauf, die Menschen möglichst authentisch in ihrem Umfeld darzustellen. Auch dokumentierte er Veränderungen, indem er das gleiche Motiv  im Laufe der Jahre immer wieder fotografierte und machte sich damit um die Regionalgeschichte sehr verdient.

Vinzenz Feckter lebte mit zweien seiner ebenfalls ledigen Schwestern, Klementine und Klara, bis zu seinem Tod am 10. März 1916 (Beerdigung: 14.03.1916) in seinem Elternhaus an der Paffrather Straße (heute Möbel Lenz).

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